Im Geoparc - die Schlucht

GEOPARC Bletterbach Canyon im Geopark Südtirol Aldein Radein Italien

Steine in allen Farben und in allen Größen liegen im Canyon des Bletterbaches. Sie sind seit Jahrmilionen unterwegs.
Was haben sie uns zu erzählen?

Bozner Quarzporphyr
Als Folge großer vulkanischer Ereignisse wurden vor 280 bis 260 Millionen Jahren bei heftigen Vulkanausbrüchen heiße Aschen und Laven ausgeworfen. Das Gebiet der Porphyrzone lag damals in der Nähe des Äquators. Rötlicher Bozner Quarzporphyr bildet heute die Basis der Bletterbachschlucht im Geoparc.
   
Grödner Sandstein
Abgelagert und verfestigt…
Hitze, Wasser und Wind begannen ihr zerstörerisches Werk. Große Teile der Porphyrplatte wurden im Laufe der Jahrmillionen abgetragen. Reißende Bäche und Flüsse haben den feinen Sand in küstennahe Gebiete verfrachtet und dort Schicht um Schicht abgelagert. Durch kalkige und kieselige Bindemittel zusammengehalten und vom tonnenschweren Druck der darüber liegenden Schichten zusammengepresst, entstand schließlich ein neues Gestein – der Sandstein. Die Schichten sind unterschiedlich gefärbt, da verschiedene, gelöste Mineralien eingelagert wurden.
Spuren von Tieren und Reste von Pflanzen wurden im Sand oder Schlamm eingebettet und blieben so erhalten. Sie geben Aufschluss über das Leben in erdgeschichtlicher Vergangenheit. In diesen Schichten finden sich auch die Spuren einer Echsenart (siehe nebenstehendes Bild), die zum Logo des "Geoparc Bletterbach", dem Canyon in Südtirol geworden ist.
   

Bellerophon-Schichten
Gegen Ende des Perm sank das Land ab. Das Meer drang weit vor. Flache Küstengewässer und seichte Lagunen kennzeichneten die Küstenebene, vergleichbar mit der heutigen Adria im Gebiet von Venedig. Allerdings war das Klima heißer und trockener.
Die flachen Lagunenbereiche trockneten im periodischen Wechsel der Gezeiten oft aus, um sodann von neuem überflutet zu werden. Im Schlamm der Lagune unter der tropischen Sonne bildeten sich Gipsknollen, die heute in den Schichten liegen. Die weißlichen bis rötlichen Gipseinlagerungen in der Schlucht weisen auf nahe Meereslebensräume hin.

Perm/Trias-Grenze
Die Grenze zwischen den Bellerophon-Schichten und den darüber liegenden Werfener Schichten deckt sich mit der Perm-Trias-Grenze, und damit mit der Grenze zwischen Erdaltertum und Erdmittelalter (248 Mio Jahre).
Durch ein katastrophales Ereignis starb ein Großteil der damaligen Tier- und Pflanzenwelt aus. Als Ursache wird eine durch vulkanische Tätigkeit ausgelöste Klimakatastrophe angenommen.

   

Werfener Schichten
Die Werfener Schichten setzen sich aus einer bunten und feingeschichteten Abfolge von Kalken, Mergeln, Sand- und Tonsteinen zusammen. Sie wurden in der Unter-Trias vor 248-242 Millionen Jahren gebildet und sind somit die ältesten Ablagerungen des Erdmittelalters. Im Canyon des "Geoparc Bletterbach" sind sie rund 400 Meter mächtig. Unterschiedlich aufgebaut, weisen sie auf das Wechselspiel zwischen vorrückendem und sich wieder zurückziehendem Meer hin. Die Werfener Schichten sind zum Teil sehr fossilreich.  Auf den Meeresablagerungen der Unter-Trias liegt das nur wenige Meter mächtige Richthofen-Konglomerat. Es besteht aus verschiedensten Komponenten und wurde von Flüssen abgelagert.

   
Sarldolomit
Über dem Richthofen-Konglomerat folgt der Sarldolomit, der den Gipfel des Weißhorns aufbaut. Das Gestein wurde in einem tropischen Meer mit flachen, klarem und gut durchlüfteten Wasser abgelagert. Gebildet wurde er hauptsächlich durch die kalkbindende Tätigkeit von Wirtelalgen.

 
GEOPARC Bletterbach
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